Liebe im Yogischen – Die tiefere Bedeutung von Prema, Bhakti & Mitgefühl

Anlässlich des Monats, in dem der Valentinstag stattfinden, wollen wir auch mal im Yogischen Kontext über Liebe sprechen.

Liebe im Yogischen
Verständnis geht weit über romantische Gefühle hinaus. Sie ist kein flüchtiger Zustand, sondern eine innere Haltung – eine bewusste Verbindung zu allem Leben. In der Yogaphilosophie wird Liebe als Ausdruck unserer wahren Natur gesehen: still, weit, bedingungslos.

Doch was bedeutet Liebe im Yoga wirklich? Und wie können wir sie im Alltag verkörpern?

Prema – Die bedingungslose Liebe

Im Sanskrit wird reine, universelle Liebe als Prema bezeichnet. Diese Liebe ist nicht abhängig von Bedingungen, Erwartungen oder Gegenseitigkeit. Sie entsteht aus einem Zustand innerer Fülle.

Im yogischen Verständnis ist Liebe kein „Gefühl, das wir bekommen“, sondern ein Bewusstseinszustand, den wir sind – wenn das Ego still wird.

Prema bedeutet:

  • anzunehmen statt zu bewerten

  • zu geben ohne Gegenleistung zu erwarten

  • verbunden zu sein ohne festzuhalten

Bhakti – Der Weg der hingebungsvollen Liebe

Bhakti Yoga ist der Yogaweg der Hingabe. Hier wird Liebe als spirituelle Praxis verstanden – als bewusste Ausrichtung des Herzens.

Bhakti zeigt sich durch:

  • Mantra-Singen (Kirtan)

  • Gebet

  • Dankbarkeit

  • Vertrauen in das Göttliche

Die Hingabe kann sich an eine göttliche Form richten – wie etwa Krishna oder Shiva – oder als tiefe Ehrfurcht vor dem Leben selbst.

Bhakti lehrt: Liebe ist kein Besitz, sondern ein Fließen.

Maitri – Liebende Güte im Alltag

Ein weiterer zentraler Begriff ist Maitri, die liebende Güte. In den Yoga Sutras von Patanjali wird Maitri als Haltung gegenüber anderen empfohlen – besonders gegenüber glücklichen Menschen.

Warum?
Weil echte Liebe frei von Neid und Vergleich ist.

Maitri bedeutet:

  • Mitfreude empfinden

  • Verständnis statt Urteil

  • Mitgefühl statt Abgrenzung

Liebe beginnt bei dir selbst

Im Yoga ist Selbstliebe kein Egoismus, sondern Voraussetzung für echte Verbundenheit.

Ohne Selbstannahme entstehen:

  • Abhängigkeit

  • Projektion

  • Erwartung

  • emotionale Anhaftung

Yoga lädt uns ein, nach innen zu schauen:
👉 Kann ich mich annehmen – auch mit meinen Schatten?
👉 Kann ich mir selbst mit Sanftheit begegnen?

Selbstliebe im yogischen Sinn bedeutet, den eigenen Körper, die eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu respektieren.

Liebe auf der Yogamatte

Auch in der Asana-Praxis kann Liebe spürbar werden:

  • Den Atem achtsam führen

  • Den Körper nicht überfordern

  • Geduldig bleiben

  • Sich selbst Raum geben

Wenn wir aufhören, Yoga als Leistung zu sehen, entsteht eine liebevolle Beziehung zu unserem Körper.

Die Verbindung zum Herzchakra (Anahata)

Im Energiesystem des Yoga wird Liebe dem Herzchakra (Anahata) zugeordnet. Es steht für:

  • Mitgefühl

  • Vertrauen

  • Offenheit

  • Verbundenheit

Ist dieses Zentrum im Gleichgewicht, erleben wir innere Weite und emotionale Stabilität.

Liebe als Bewusstseinszustand

Die yogische Sichtweise geht davon aus:
Wir müssen Liebe nicht erschaffen – wir dürfen nur die Hindernisse entfernen, die sie verdecken.

Diese Hindernisse sind oft:

  • Angst

  • Kontrolle

  • Verletzungen

  • Ego-Identifikation

Wenn diese Schichten sich lösen, bleibt das, was immer da war: Liebe.

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