Yoga an heißen Sommertagen – Warum weniger oft mehr ist

 

Yoga im Sommer bedeutet nicht, noch mehr Hitze zu erzeugen. Im Gegenteil. Mit der richtigen Asana-Praxis und kühlenden Pranayama-Techniken kannst du deinen Körper unterstützen, dein Nervensystem beruhigen und trotz hoher Temperaturen mit Leichtigkeit praktizieren.

Warum fühlt sich Yoga bei Hitze anders an?

An warmen Sommertagen arbeitet der Körper bereits auf Hochtouren. Die Blutgefäße erweitern sich, um Wärme abzugeben, die Herzfrequenz steigt und der Kreislauf wird stärker belastet. Gleichzeitig verliert der Körper über das Schwitzen Flüssigkeit und Elektrolyte.

Eine intensive Yogapraxis mit vielen Sonnengrüßen oder langen Haltepositionen kann diese Belastung zusätzlich erhöhen.

Yoga lädt jedoch dazu ein, den Körper nicht gegen seine Bedürfnisse arbeiten zu lassen, sondern ihn genau dort zu unterstützen, wo er gerade steht.

Gerade im Sommer darf die Praxis sanfter, ruhiger und regenerativer werden. Die ayurvedische Sicht: Pitta im Sommer

Im Ayurveda wird der Sommer dem Pitta-Dosha zugeordnet. Pitta steht für Feuer und Transformation.

Ist zu viel Hitze vorhanden, zeigen sich häufig:

  • innere Unruhe

  • Gereiztheit

  • schnelle Erschöpfung

  • Entzündungen

  • Hitzewallungen

  • schlechter Schlaf

  • starke Schweißbildung

Eine kühlende Yogapraxis hilft dabei, dieses innere Feuer auszugleichen.

Kühlendes Pranayama – Die beste Unterstützung an heißen Tagen

Die klassischen Yogatexte beschreiben mehrere Atemtechniken, die den Körper beruhigen und als kühlend gelten. Moderne Untersuchungen konnten zeigen, dass insbesondere Sheetali und Sitkari Pranayama die Körpertemperatur subjektiv senken und gleichzeitig das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen können.

1. Sheetali Pranayama (der kühlende Atem)

Sheetali gehört zu den bekanntesten kühlenden Atemübungen.

So geht's:

  • Aufrecht sitzen.

  • Die Zunge zu einem Röhrchen rollen (falls möglich).

  • Langsam über die eingerollte Zunge einatmen.

  • Den Mund schließen.

  • Ruhig über die Nase ausatmen.

  • 8–12 Atemzüge wiederholen.

Der kühlere Luftstrom wird bereits beim Einatmen wahrgenommen und kann besonders nach einer Yogapraxis oder an sehr warmen Tagen angenehm wirken.

Nicht geeignet bei:

  • Erkältungen

  • Asthma-Schüben

  • sehr kaltem Wetter

2. Sitkari Pranayama

Wer die Zunge nicht rollen kann, praktiziert Sitkari.

Dabei werden die Zähne leicht geschlossen, die Lippen geöffnet und die Luft langsam zwischen den Zähnen eingeatmet. Ausgeatmet wird durch die Nase.

Auch diese Technik wird traditionell als kühlend beschrieben.

3. Chandra Bhedana – Die Mondatmung

Während Surya Bhedana als aktivierend gilt, wirkt Chandra Bhedana beruhigend.

Dabei wird ausschließlich über das linke Nasenloch eingeatmet und über das rechte ausgeatmet.

Diese Atemtechnik eignet sich besonders:

  • vor dem Schlafengehen

  • bei innerer Hitze

  • bei Stress

  • an sehr warmen Sommertagen

Die besten Yoga-Asanas bei Hitze

An heißen Tagen darf die Praxis langsamer werden.

Besonders wohltuend sind Haltungen, die den Brustkorb öffnen, den Atem vertiefen und das Nervensystem entspannen.

Kindhaltung (Balasana)

Eine der besten Positionen, um Herzfrequenz und Atmung zu beruhigen.

Vorbeugen

Vorbeugen wirken häufig beruhigend auf das Nervensystem und helfen dabei, nach einer aktiven Praxis wieder herunterzufahren.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Paschimottanasana

  • Janu Sirsasana

  • Uttanasana (mit leicht gebeugten Knien)

Viparita Karani (Beine an der Wand)

Diese regenerative Haltung entlastet die Beine, unterstützt den venösen Rückfluss und schenkt vielen Menschen ein Gefühl von Leichtigkeit.

Gerade nach einem heißen Sommertag ist sie eine wunderbare Abschlussposition.

Supta Baddha Konasana

Eine unterstützte Rückenlage mit geöffnetem Brustkorb und entspanntem Bauch.

Ideal in Kombination mit ruhiger Bauchatmung.

Worauf du im Sommer besser verzichtest

Nicht jede Yogapraxis passt zu hohen Temperaturen.

An sehr heißen Tagen empfiehlt es sich, intensive Übungen etwas zu reduzieren:

  • viele schnelle Sonnengrüße

  • langes Halten kräftiger Balancehaltungen

  • stark erhitzende Atemtechniken wie Kapalabhati oder Bhastrika

  • sehr warme Yogaräume

Der Körper muss bereits ausreichend Energie für seine Temperaturregulation aufbringen.

Die wichtigste Yogapraxis im Sommer

Yoga bedeutet nicht, den Körper ständig herauszufordern.

Yoga bedeutet, wahrzunehmen.

Vielleicht besteht die größte Stärke an heißen Tagen gerade darin, langsamer zu werden. Den Atem fließen zu lassen. Eine Pause einzulegen, bevor sie nötig wird.

Nicht jede Praxis muss schweißtreibend sein.

Manchmal ist genau die Stunde die wertvollste, nach der man sich klar, ruhig und erfrischt fühlt.

 
Studio Orange

A multidisciplinary communication designer with a passion for creating meaningful and visually compelling work.

After earning my degree in Communication Design, I turned my creative drive into a career, working across a wide range of disciplines including branding, advertising, corporate identity, web and editorial design, packaging, and festival visuals.

I bring a thoughtful, concept-driven approach to every project, combining strategic thinking with a strong sense of aesthetics. Whether developing a brand from scratch or refining existing visual identities, I aim to create work that communicates clearly and leaves a lasting impression.

Always curious and inspired by culture, I enjoy collaborating with clients and teams to bring ideas to life in fresh and engaging ways.

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